EXOSKELETT IN DER PFLEGE HEUTE - RENTNERHILFE MORGEN?
Was heute als Entlastung für Pflegekräfte entwickelt wird, könnte morgen ein ganz normaler Teil des Alterns sein.
In der Pflege gehören langes Stehen, schweres Heben und ungünstige Körperhaltungen zum Alltag. Die Folgen sind bekannt: Rückenschmerzen sowie Beschwerden im Nacken und Schulterbereich sind für viele Pflegefachpersonen Dauerbegleiter.
Genau hier setzt ein Forschungsprojekt an, das wir bei BENEFIT begleitet haben. Gemeinsam mit drei Industriepartnern, einem Fraunhofer Institut und einer beratenden Klinik wurden neuartige körpergetragene Assistenzsysteme entwickelt, Exoskelette mit einem klaren Ziel: eine spürbare Entlastung im echten Arbeitsalltag.
Entscheidend ist dabei nicht ein einzelnes Feature, sondern die Summe aus Alltagstauglichkeit und Technik. Wichtig waren ein hoher Tragekomfort, eine intuitive Steuerung, eine integrierte Leichtbaustruktur, miniaturisierte Antriebe, innovative Sensorik sowie eine fortschrittliche Motor- und Regelungstechnik.
Das Verbundprojekt wurde mit 1,5 Mio. EUR gefördert und wir haben es durch alle Phasen begleitet, von Skizze über der Fördermittelantrag bis hin zur Umsetzung. Gerade am Anfang braucht es eine präzise Projektdefinition, weil technische Komplexität nur dann förderfähig wird, wenn sie verständlich strukturiert und sauber begründet ist.
Wenn ein Exoskelett Pflegekräfte beim Heben und Stabilisieren unterstützt, warum sollte eine ähnliche Technologie nicht auch älteren Menschen helfen, länger mobil zu bleiben? Mehr Kraft und ein geringeres Sturzrisiko ergibt mehr Selbstständigkeit in den eigenen vier Wänden. Für mich ist das ist keine Science Fiction, sondern eine logische Weiterentwicklung, wenn Komfort, Bedienbarkeit, Sicherheit und natürlich der Preis stimmen.